The places you’ll go… when preparing for Ecuador

Wichtig: Dies ist die deutsche Version dieses Blogposts: https://www.globalcitizenyear.org/updates/the-places-youll-go-when-preparing-for-ecuador

Das englische Original und alle weiteren Beiträge aus Ecuador könnt ihr hier finden: https://www.globalcitizenyear.org/author/annika-kapp/

Nach und nach werde ich alle Beiträge von meinem englischen Global Citizen Blog hier auf Deutsch übersetzen, um sie für meine Familie und andere Interessierte in meiner Muttersprache zugänglich zu machen. 🙂

Außerdem: Dieser Text beschreibt die Vorbereitungen und den Prozess des Visum-Antrags eines in Deutschland lebenden Fellows. Dieser Prozess wird je nach Herkunftsland und Standort unterschiedlich aussehen. 

München, 13. August 2019

Eigentlich dachte ich, dass ich nach den letzten zwei Jahren in Norwegen eine Expertin in Sachen längerfristige Reisen wäre, und mich nichts mehr stressen könnte. Was mir erst später richtig bewusst wurde, war, dass es doch einen recht großen Unterschied macht, sich auf die Reise in ein anderes europäisches Land vorzubereiten, oder auf einen komplett anderen Kontinent mit anderem Klima und einer anderen Kultur zu ziehen. 

Wie ich schnell realisierte, würde meine Reise nach Ecuador schon lange bevor meinem Flug nach San Francisco beginnen. Um euch einen Einblick in dieses Abenteuer zu geben, nehme ich euch in diesem Blogpost mit an ein paar Orte, die ich während meinen Vorbereitungen für mein Global Citizen Year besuchte. 

Institut für Tropenmedizin, München

Naiv wie ich war, dachte ich, ich könnte einfach meine lange Liste an benötigten Impfungen zu meinem Hausarzt bringen und ihm den Rest überlassen. Leider stellte sich das alles als ein bisschen komplizierter heraus. Die Gelbfieberimpfung kann in Deutschland nämlich nur an verifizierten Gelbfieber-Impfstellen verabreicht werden. Bis dahin wusste ich nicht einmal, dass meine Stadt ein Institut für Tropenmedizin hat. Jetzt aber war es der erste neue Ort, den ich auf meiner Odyssee zur Vervollständigung meine medizinischen Reisedokumente kennen lernen würde. Die eigentliche Impfung zu bekommen war recht einfach, ich musste einfach zur Sprechstundenzeit erscheinen, meinen Namen in eine Liste eintragen und darauf warten, aufgerufen zu werden. Die Rechnung, die ich danach bezahlen musste, war etwas schmerzhafter als die Spritze, aber glücklicherweise konnte mir meine Krankenkasse die Kosten später rückerstatten. In den nächsten Monaten würde ich wirklich lernen, meine Krankenversicherung über alles wert zu schätzen. Die übernahm nämlich nicht nur fast all meine Impfungen, sondern auch meine Malaria-Prophylaxe Tabletten. 

 

Notar & Landgericht München 

Obwohl ich bereits zwei Jahre lang in einem anderen Land gelebt habe, musste ich noch nie ein Visum beantragen. In Norwegen hatte ich das Glück, EU-Bürgerin zu sein, was hieß, dass ich mich einfach nur auf der Online-Plattform der norwegischen Einwanderungsbehörde registrieren musste. Eine  Anmeldegebühr gab es nicht, und der Prozess war wirklich einfach. Es war der lange Weg zu meinem ecuadorianischen Visum der mich in die wunderschöne Welt der Ecuadorianisch-Deutschen Bürokratie eintauchen ließ. Als ich mir zum ersten Mal die Liste der benötigten Dokumente ansah, die mir mein Konsulat zugeschickt hatte, war ich ein bisschen überwältigt. Netterweise wurde uns ein großer Teil der Papiere von Global Citizen Year zugeschickt, was das Ganze um einiges vereinfachte. 

Die zwei Dokumente, die mich am meisten Schweiß, Zeit und Energie kosteten, waren mein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis und meine eidesstattliche Erklärung zu meiner freiwilligen und unentgeltlichen Arbeit in Ecuador. 

Das polizeiliche Führungszeugnis musste ich bei meiner Gemeinde beantragen, aber da ich zu der Zeit noch in Norwegen lebte, konnte ich meiner Mutter die Vollmacht geben, es für mich zu beantragen. Ich brauchte außerdem eine Apostille auf dieses Dokument, die ich glücklicherweise gleich mit bestellen konnte. So weit so einfach. Jetzt aber musste ich die Papiere von einem zertifizierten Übersetzer auf Spanisch übersetzen lassen. Eine kurze google-Suche später hatte ich zwei Übersetzer gefunden, die vertrauenswürdig aussahen, und ihnen eine E-Mail geschickt, um nach Preisvorschlägen zu fragen. Kurzer Tipp für zukünftige Fellows: Schaut euch immer!! mehrere Firmen und Angebote an! Der erste Übersetzer schickte mir ein Angebot für 75 € für ein zweiseitiges Dokument. Da ich keine Ahnung hatte, wie die Preisklasse für diese Art von Auftrag normalerweise aussieht und ich die Papiere so schnell wie möglich brauchte, hätte ich dieses Angebot fast angenommen. Dann aber antwortete mir der zweite Übersetzer mit seinem Preisvorschlag: 35 €. 

Das zweite Dokument war eine eidesstattliche Erklärung, in der ich schwor, dass ich unentgeltlich und als Freiwillige in Ecuador arbeiten würde. Global Citizen Year hatte uns bereits die Vorlage geschickt, und wir konnten unsere Details einfach eintragen. Der Haken an der Sache war, dass ich jetzt meine Unterschrift auf diesem Dokument von einem Notar beglaubigen lassen, und das Ganze dann wieder auf Spanisch übersetzen lassen musste. Da ich keine Lust hatte, noch einmal Geld für einen Übersetzer auszugeben, fand ich einen Spanisch-sprechenden Notar in München und machte einen Termin aus. Das alles lief glatt, aber jetzt brauchte ich eine weitere Apostille auf dieses Dokument. Dieses Mal musste ich dafür zum Landgericht München, was glücklicherweise in meiner Stadt liegt. (In dieser Zeit habe ich auch wirklich gelernt, es wert zu schätzen, dass ich in der Hauptstadt meines Bundeslandes lebe). Da ich noch nie dort gewesen war, verlief ich mich zuerst in dem riesigen alten Gebäude, aber schließlich fand ich den richtigen Raum. Zwanzig Minuten und zwanzig Euro später verließ ich den Justizpalast mit meinem Dokument und der Apostille! Die deutsche Bürokratie hat mich hier wirklich mit ihrer Effizienz überrascht! 😉

Botschaft der Republik Ecuador, Berlin

Nachdem ich jetzt erfolgreich im Besitz aller benötigten Dokumente war, dachte ich, dass ich jetzt bereit wäre, mein Visum zu beantragen. Ich rief mein Konsulat an um einen Termin auszumachen, nur um darüber informiert zu werden, dass Ecuador eine Woche zuvor den kompletten Visum-Prozess für Deutschland geändert hatte. Das bedeutete dass ich mein Visum ab jetzt nicht mehr in meinem Konsulat in München beantragen konnte. Alle Anträge mussten über die Botschaft in Berlin gehen. Etwas entnervt rief ich die Botschaft an, in der Hoffnung dass ich ihnen meine Dokumente einfach per e-Mail oder Post zuschicken könnte. Das war leider nicht der Fall. Mir wurde mitgeteilt, dass ich persönlich in der Botschaft zu erscheinen hatte. Da ich in München lebe, ist Berlin für mich quasi am anderen Ende des Landes; ich war gerade erst auf einer Reise dort gewesen und hatte eigentlich nicht geplant, bald zurückzukommen. Aber Pläne ändern sich, und so fand ich mich Anfang August in einem Flixbus in Richtung Hauptstadt wieder. Auch wenn diese Reise etwas unfreiwillig zustande kam, hatte ich eine gute Zeit. Ich übernachtete bei einer Freundin von UWC und traf mich spontan mit einem alten Schulfreund der jetzt dort studierte. Der Termin in der Botschaft selbst war sehr unkompliziert, alle Angestellten waren super freundlich und ich traf einen anderen Freiwilligen, während ich auf meine Dokumente wartete. Nach einer langen und ermüdenden Odyssee durch die Deutsch/Ecuadorianische Bürokratie verließ ich Berlin endlich mit meinem Visum, unendlich erleichtert und glücklich. 

Auf diesem Blog  werde ich euch über meine Reise nach Ecuador und mein neues Leben dort auf dem Laufenden halten! Wenn ihr mich dabei begleiten wollt, abonniert doch bitte diesen Blog. Es ist kostenlos, super einfach, und ihr werdet immer die ersten sein, die meine neuen Beiträge erhalten 🙂

Ich sammle auch immer noch Geld für den Global Citizen Year Stipendien-Fonds! Mein Ziel ist es, insgesamt 2000 USD zu sammeln, welches für Stipendien für die nächste Generation von Fellows verwendet werden wird. Du kannst mir helfen, dieses Ziel zu erreichen, indem Du spendest, oder den Link einfach mit deinen Freunden teilst! Ich bin unendlich dankbar für Deine Unterstützung!

https://donate.globalcitizenyear.org/fundraiser/2169525 

 

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